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Der Weltfluechtlingstag ist ein Mahnmal dafuer, dass niemand freiwillig zum Fluechtling wird!

Presseaussendung                                                                                                                                                                                          Graz, 18.6.2020

In den letzten Wochen waren viele gesellschaftliche Herausforderungen durch die Corona-Krise überlagert. Der Weltflüchtlingstag am 20. Juni muss daher als besonderes Mahnmal in diesem Jahr gesehen werden: Kein Mensch wird freiwillig zum Flüchtling.

Ein flüchtender Mensch ist gezwungen, sofort und plötzlich das vertraute Umfeld aufzugeben. Die akute Bedrohung des eigenen Lebens erzwingt diesen Schritt. Derzeit sind laut UNHCR 80 Millionen Menschen auf der Flucht.

Krisen decken Defizite auf

In krisenhaften Situationen wird sichtbar, wie erfolgreich und nachhaltig Integrationsmaßnahmen sind. So deckten die letzten Wochen Defizite der derzeitigen Integrationspolitik deutlich auf. Mangelnde Deutschkenntnisse durch fehlende Deutschkurse für Asylwerber, mangelnde EDV-Infrastruktur fürs home schooling und wenig Perspektiven am österreichischen Arbeitsmarkt durch fehlende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten erschweren geflüchteten Menschen in Österreich die Krise persönlich gut zu meistern. Dabei wünschen sich flüchtende Menschen rasch in Österreich „Fuß zu fassen“ und so ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben aufzubauen.

Nur mit integrativen Maßnahmen ab dem ersten Tag in Österreich wird es den Menschen gelingen, ein neues Leben aufzubauen. Die Corona-Krise machte deutlich, dass Menschen mit Fluchterfahrungen sowie mit Migrationsbiographien stärker von Informationen abgeschnitten waren. Das Unterstützen im home schooling war oft nicht möglich, da schlichtweg kein Laptop oder Drucker zur Verfügung standen. Die Krise zeigte ebenfalls, wie wesentlich der Rückhalt eines sozialen Netzwerks ist. „Neben den strukturellen Rahmenbedingungen, wie Deutschkurs, Zugang zum Arbeitsmarkt, Zugang zu Bildung, benötigen geflüchtete Menschen soziale Kontakte zur Bevölkerung, um sich ein neues Netzwerk und Freundschaften aufbauen zu können“, betont ZEBRA-Geschäftsführerin Alexandra Köck

ZEBRA-Arbeit ist nachhaltig integrativ

Mit dem ZEBRA-Jahresbericht 2019, der - dem Lockdown geschuldet - zum Weltflüchtlingstag erscheint, zeigt, welchen wesentlichen Beitrag ZEBRA zum „Fuß fassen“ in der Steiermark leistet. Egal ob fremdenrechtliche Beratungen, Unterstützung bei der Anerkennung von Qualifikationen oder die Begleitung von traumatisierten Geflüchteten durch die ZEBRA-PsychotherapeutInnen: ZEBRA stellt den Menschen mit der jeweiligen Migrationsbiographie in den Mittelpunkt. So unterstützte das interdisziplinäre ZEBRA-Team in den verschiedenen Bereichen im letzten Jahr rund 4.400 Personen aus 117 Ländern. Monatlich erreichten ZEBRA 450 Erstkontakte.


Während der Covid-Zeit hatte ZEBRA ein offenes Ohr für eine gesellschaftlich oft benachteiligte Gruppe. In den Lockdown-Wochen konnten MigrantInnen bei der kostenfreie ZEBRA-Sorgenhotline anrufen und über ihre Sorgen, Unsicherheiten und Ängsten sprechen. Das niederschwellige Angebot mit Dolmetsch, finanziert vom Sozialressort des Landes Steiermark, wurde gut angenommen, genauso wie alle andern ZEBRA-Angebote, die während des Lockdowns zur Verfügung standen.

„Die letzten Wochen waren für alle Menschen in Österreich eine große Herausforderung. Doch die Gruppe der Geflüchteten sowie Menschen mit Migrationsbiographien traf diese Zeit in besonderem Ausmaß. Nun liegt es an uns als Gesellschaft wieder durchzustarten. Nutzen wir die Chance und holen jetzt auch diese benachteiligte Gruppe in die gesellschaftliche Mitte. Denn nur gemeinsam gelingt es, ein vielfältiges Lebens zu gestalten“, so Alexandra Köck abschließend.

Link zum ZEBRA-Jahresbericht 2019:
https://zebra.or.at/aktuelles?detailId=73

 

Rückfragen & Kontakt:

ZEBRA - Interkulturelles Beratungs- und Therapiezentrum, Granatengasse 4/III, 8020 Graz,
Mag.ª Alexandra Köck, 0316/83 56 30, alexandra.koeck@zebra.or.at

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Fax: 0316/83 56 30 -50
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